Der französische Dirigent Laurent Wagner
beginnt sein Musikstudium mit den Fächern Klavier, Fagott,
Komposition und Kammermusik in seiner Heimatstadt Lyon, bevor
er 1982 Mitglied in der Kapellmeisterklasse von Prof. Karl Österreicher
an der Wiener Musikhochschule wird. Er graduiert in den Fächern
Dirigieren und Korrepetitionspraxis mit Auszeichnung.
Nach Abschluss seiner Studien führen ihn erste Engagements
als Repetitor und Kapellmeister an die Theater in Heidelberg,
Gelsenkirchen und Wuppertal, bevor er 1989 Assistent des Chefdirigenten
am Gran Teatre del Liceu in Barcelona wird. Anschließend
arbeitet er vier Jahre als 1.Kapellmeister und stellvertretender
Generalmusikdirektor am Theater Dortmund. 1994 wird er der jüngste
Generalmusikdirektor Deutschlands am Saarländischen Staatstheater
Saarbrücken, wo er neben zahlreichen Konzerten und Opernpremieren
interessante und anspruchsvolle Projekte wie die Aufführung
von Messiaens Turangalîla-Symphonie, von Bergs gesamtem
Orchesterwerk, seiner Opern Wozzeck und Lulu sowie Schönbergs
Moses und Aron innerhalb eines Zyklus der Wiener Moderne verwirklicht,
die überregional Beachtung finden. Von 1998 bis 2001 ist
Laurent Wagner Operndirektor am Theater St.Gallen und leitet dort
u.a. die vom Publikum und der internationalen Presse gewürdigten
Neuproduktionen von Verdis Don Carlo und Les Vêpres Siciliennes
(in französischer Originalsprache). Sein Weg führt ihn
anschließend nach Irland, wo er von 2003 bis 2006 Principal
Conductor des irischen Rundfunkorchesters (RTÉ Concert
Orchestra) ist, mit dem er u.a. einen Beethoven-Zyklus und eine
Konzertreihe mit Werken der Wiener Klassik und Moderne aufführt.
Außerdem dirigiert er an der Opera Ireland in Dublin zahlreiche
Opernproduktionen (die irische Erstaufführung von Salome
sowie Katia Kabanova, Der fliegende Holländer, Jenufa, Orfeo
ed Euridice, Imeneo in Händels Dubliner Fassung von 1742
und La Cenerentola).
Laurent Wagners Dirigiertätigkeit erstreckt sich über
den ganzen Globus. Er dirigierte zahlreiche Konzerte mit dem Orchester
der Beethovenhalle Bonn, den Bamberger Symphonikern, dem Philharmonischen
Orchester Erfurt, den Münchner Symphonikern, den Nürnberger
Symphonikern, dem irischen Staatsorchester (RTÉNSO), beim
West Cork Chamber Music Festival in Bantry, dem Orchestre Philharmonique
de Strasbourg, dem Orchestre du Capitole de Toulouse sowie in
Freiburg, Magdeburg, Osnabrück, Plauen, Zwickau, Graz, St.Gallen,
Bordeaux, Porto, Verona, Tallinn, Sao Paulo, Peking und Tokio.
Im Opernbereich gastierte er unter anderem an der Deutschen Oper
Berlin (Aida), am Opernhaus Chemnitz (Die Meistersinger von Nürnberg),
am Theater Basel (Schweizer Erstaufführung von Rossinis Viaggio
a Reims sowie Carmen), in Cosenza (Carmen) und bei Opera Zuid
(Un ballo in maschera, La Bohème).
Sowohl im Opern- wie auch Konzertbereich arbeitete Laurent Wagner
mit so bekannten Sängern wie Lucia Alberti, Susan Anthony,
Michèle Crider, Mirella Freni, Evelyn Herlitzius, Gwyneth
Jones, Sena Jurinac, Victoria Loukianetz, Martha Mödl, Francisco
Araiza, Paata Burchuladze, Simon Estes, Salvatore Fisichella,
Ferruccio Furlanetto, Siegfried Jerusalem, Leo Nucci, Norbert
Orth, Thomas Quasthoff, Kurt Rydl zusammen, um nur einige zu nennen.
Laurent Wagners Leidenschaft für die Stimme und seine Erfolge
in dieser Domäne haben dazu geführt, dass er sich seit
einiger Zeit verstärkt auch der Ausbildung junger Sänger
widmet. Im Juli 2006 und2007 unterrichtete er in Tel Aviv am International
Vocal Arts Institute (IVAI) und studierte dort mit jungen Nachwuchssängern
Mozarts Entführung aus dem Serail und Le Nozze di Figaro
ein.
Im Herbstsemester 2007 unterrichtet Laurent Wagner als Gastdozent
die Opernklasse am Pariser Konservatorium.
Kürzlich wurde Laurent Wagner für seine langjährigen
Verdienste als Botschafter der französischen Musik vom französischen
Staatspräsidenten zum Chevalier de l'Ordre du Mérite
ernannt.
Laurent Wagner spricht Deutsch ebenso perfekt wie seine Muttersprache
Französisch und außerdem Englisch, Italienisch und
Spanisch.
2007